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Education hub statement of aims in GermanDer Education Hub hat einen weltweiten Ideenaustausch zwischen Individuen und Organisationen zum Ziel, die Vorbehalte gegenüber der aktuellen Erziehungspolitik, - praxis und -theorie haben. Wir bieten Zusammenarbeit und Unterstüzung an für die vielen Lehrer, Dozenten, Studenten und Bürger, die sich über eine Reihe von Trends im Erziehungssektor sorgen. Unsere Anliegen • Die Gesellschaft scheint das Ziel von Erziehung aus den Augen verloren zu haben Einerseits wird Erziehung unter instrumentalistischen und utilitaristischen Gesichtspunkten betrachtet, als reine Bereitstellung von Fertigkeiten für den Arbeitsmarkt. Andererseits spielen in der Erziehung zunehmend therapeutische Gesichtspunkte eine Rolle - dem Individuum zu schmeicheln, das Selbstwertgefühl zu steigern, und die Aufgabe, Probleme wie gesellschaftliche Entfremdung und soziale Benachteiligung zu lösen. • Wissensvermittlung wird als Problem gesehen Lehrer, die einfach nur ihr Fach ihre Schüler lehren wollen, werden im besten Falle als naiv, im schlimmsten Falle als unverantwortlich angesehen. Regierung, öffentlicher Dienst, Schulen und Universitäten betrachten es inzwischen als elitistisch und irrelevant, Wissen zum Selbstzweck zu erwerben, und die Wissensvermittlung wird als Behinderung bei der Erfüllung der wichtigeren sozialen und wirtschaftlichen Funktionen gesehen, denen sich das heutige Erziehungssystem zugewandt hat. • Fachwissen wird zunehmend verachtet. Sowohl das Lehren als auch das Lernen scheinen sich von ihrem gemeinsamen Objekt, dem Fachwissen, gelöst zu haben. Immer häufiger wird angenommen, daß Wissen etwas ist, das die Kinder selbst konstruieren, ein subjektgebundenes Merkmal, das sich im Kind entwickelt, statt eines objektiven Corpus an Wissen, das es wert ist gelernt zu werden. Die Hauptaufgabe von Lehrern ist nicht mehr, ihr Fach zu lehren, sondern Eignungen, Talente und besondere Bedürfnisse in ihren Schülern zu entdecken. Die Schüler lernen nicht mehr ein bestimmtes Fach; sie lernen vor allem das Lernen, und sich selbst zu kennen - ihren bevorzugten Lernstil, ihre Bedürfnisse und Neigungen, ihr Potenzial. Die Schüler werden eher als Studienobjekte denn als Lernsubjekte angesehen und ermuntert, sich selbst so zu sehen. • Die Verbreitung pseudowissenschaftlicher pädagogischer Theorien Pädagogische Theorie hat sich von Fachwissen getrennt und konzentriert sich nun hauptsächlich auf den Verstand des Kindes. Kindzentrierte pädagogische Theorien beeinflussen die Regierungspolitik und dominieren die Praxis. In den letzten Jahren sind in britischen Schulen Tests gang und gäbe geworden, die beanspruchen, das Potenzial, den Lernstil, Intelligenzart und -grad und andere persönliche Charakteristika zu diagnostizieren. Sie haben einen großen Einfluß auf die Erwartungshaltung der Lehrer gegenüber den Schülern. In vielen Schulen dürfen Kinder jederzeit Wasser trinken, weil die Ansicht weit verbreitet ist, daß pausenloses Trinken dem Gehirn zu funktionieren hilft. Getränke- und Süßigkeitenautomaten werden verbannt, weil man glaubt daß Limonaden und Schokolade einen negativen Effekt auf Verhalten und Konzentration haben. Immer mehr wird von Lehrern verlangt, ihrer Schüler Verständnis und Kontrolle der eigenen Gefühle zu entwickeln durch Aktivitäten wie "circle time" (dogmatisierter Stuhlkreis). Durch diese pseudowissenschaftlichen Verhaltenstheorien werden Kinder ermuntert, sich selbst als irrationale Wesen zu sehen, deren Verhalten hauptsächlich durch Kräfte außerhalb ihrer Kontrolle bestimmt werden. • Hinter einer Rhetorik von "Erfolg", "Wahlfreiheit" und "Intregration" liegt ein System mit wenig Ehrgeiz für seine Fähigkeit, das Leben von Kindern und Lernern zu verändern. "No Child Left Behind", ruft Bush. "Every Child Matters", antwortet Blair. "Pour La Réussite De Tous Les Elèves" verkündet der Bericht der Thélot-kommission in Frankreich, um dann allerdings einzuschränken, daß dies "sicherlich nicht bedeuten soll, daß die Schule alle Schüler zu den höchsten Abschlüssen führen soll. Das wäre eine soziale Absurdität, da die schulischen Qualifikationen nicht im mindesten mehr an die Berufsstruktur gekoppelt wären." Doch wo steht geschrieben, daß die Berufsstruktur für die kommende Generation unverändert bleiben wird? Haben wir sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt völlig aufgegeben? Und warum sollten Kinder nur lernen, was sie für den Arbeitsplatz benötigen? Warum sollten wir nicht von jedem Schüler erwarten, daß er in jedem Fach eine gute Note erreicht, auch wenn wir wissen, daß das für manche nicht zutreffen wird? Dürfen wir sie wirklich abschreiben bevor sie begonnen haben, oder sobald sie auf die ersten Schwierigkeiten stoßen? Politiker versichern uns, daß das neue System des verpersönlichten Lernens den Bedürfnissen des einzelnen Lerners besser entspricht, daß es den Kindern helfen wird " ihr Potenzial zu erreichen", unabhängig von ihrem sozioökonomischen Hintergrund/ ihrer Herkunft. Aber wer definiert die individuellen Lernbedürfnisse der Schüler, in Abwesenheit eines klaren objektiven Standards für alle? Und welcher Hellseher kann das Potenzial der Schüler messen? Wer hat ein Recht dies zu tun? Ist es hilfreich, daß die meisten Kinder in Großbritannien mit elf Jahren einen "Cognitive Ability Test" bekommen, der ihr "potential and learning style" feststellen und ihre künftigen Noten voraussagen soll? • Erziehung wird zunehmend bürokratisiert und entmenschlicht. Trotz der Inflation der "kindzentrierten Rhetorik", scheint Erziehung zunehmend bürokratisiert und entmenschlicht worden zu sein. Manche kindzentrierten Erzieher der Vergangenheit waren Idealisten, die hohe Erwartungen an die Kinder hatten. Weit davon entfernt, Wissensvermittlung abzulehnen, versuchten sie bessere und effektivere Lehrmethoden zu entwickeln. Die heutige kindzentrierte Erziehung hat den kreativen Funken verloren. Das Fach und sein Vertreter, der Lehrer, sind an den Rand gedrängt worden, aber in den Mittelpunkt sind nicht die Kinder gerückt, sondern die standardisierten Lehrmethoden und Unterrichtsentwürfe. Erziehung ist zu einer modernen Fertigungsstraße geworden, bei der Prozesse und Resultate über denkende menschliche Wesen bestimmen. Die Kunst des Lehrens ist in einen Arbeitsprozeß verwandelt worden, bei dem Lehrer und Schüler sich wiederholende Aufgaben erledigen, die zu prädeterminierten Ergebnissen führen müssen. Selbst jene menschlichste aller Aktivitäten, das Denken, ist auf eine Reihe von Routinen mit dem Namen "thinking skills" (Denkfähigkeiten) reduziert worden, was es dem tierischen Verhalten ähnlich macht. Unsere Überzeugungen In Opposition zu diesen Trends glauben wir an folgende Grundlagen: • Wissen ist ein Selbstzweck. • Das Kernziel von Erziehung ist die intellektuelle Emanzipation des Kindes durch die Vermittlung von Wissen. • Die Notwendigkeit von Lehrerautonomie und akademischer Freiheit. Wir wollen ausgebildeten Lehrern den Freiraum sichern, ihre Fähigkeiten in der Lehre voll auszuschöpfen. Die gegenwärtige Bürokratisierung der Lehre, die sie zu einer Reihe von anzukreuzenden Kästchen und vorgefertigten Stundenentwürfen reduziert, nimmt dem Unterricht den kreativen Funken. Wenn Lehrer zu Automaten werden, die auf vorgefertigte Stundenziele hinarbeiten, können sie in ihren Schülern keinen ergebnisoffenen Wissensdurst mehr wecken. Wir wollen nicht zu Erziehungssystemen der Vergangenheit zurückkehren. Genausowenig weisen wir aber alles Alte aus oberflächlichem Enthusiasmus für das Neue zurück. Wir glauben, daß die Zeit gekommen ist, mit der Einführung eines wahrhaft meritokratischen und egalitären Systems zu beginnen. Wir glauben, daß eine solche Vision ausgehen muß von einem Glauben an den Wert von Wissen, an das befreiende Potenzial von Erziehung und an das Recht aller Kinder und Erwachsenen auf eine anständige Erziehung. Unsere Ziele Es ist an der Zeit, die pragmatische und instrumentalisierte Vorstellung von Erziehung vieler Politiker und Erziehungsverwalter in Frage zu stellen. Wir müssen uns dagegen wehren, daß Wissen abgewertet wird und durch "Fähigkeiten" ersetzt wird, die Erziehung zu einem reinen Mittel, einen Job zu bekommen, degradieren. • Unser langfristiges Ziel ist es, einen universellen Lehrplan für das 21. Jahrhundert zu erstellen, der auf Wissen und Inhalten basiert anstatt auf Fähigkeiten. • Wir setzen uns ein für die Entwicklung neuer Richtlinien gegen die Bürokratisierung der Erziehung und für Autonomie in der Lehre und akademische Freiheit auf allen Ebenen der Erziehung und Bildung, von der Grundschule bis zur Universität. • Um unsere langfristigen Ziele zu erreichen, wollen wir ein internationales Bündnis aufbauen. Wir bitten alle Individuen und Organisationen der Welt, die über aktuelle pädagogische Trends besorgt sind und in die Wichtigkeit von Wissensvermittlung an die nächste Generation glauben, sich unserem Projekt anzuschließen. Wir erwarten ihre Beiträge, Einsichten und Ratschläge. |